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Das Hochschulquartier soll lebendiger, grüner, mobiler und sichtbarer werden

Die Erarbeitung eines Rahmenplans für das Hochschulquartier schreitet voran. Nach einer Bestandsaufnahme, die eine intensive Bürgerbeteiligung in Form von öffentlichen Veranstaltungen, Akteursgesprächen und Online-Beteiligungsverfahren umfasste, erfolgte die Strategie- und Konzeptentwicklung, die nun in Form eines Zwischenberichtes in den beteiligten Bezirksvertretungen Nord, Süd und Ost vorgestellt wurde. Der Zwischenbericht zeigt Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge auf, wie das Hochschulquartier aufgewertet werden kann.

 "Die Bürgerbeteiligung war sehr erfolgreich. Wir haben im intensiven Dialog mit Bürgerschaft und Hochschule, Anwohnern, Nachbarn und Gewerbetreibenden zahlreiche Entwicklungspotenziale identifiziert, die im Ergebnis nun mit einer schlüssigen Gesamtkonzeption in Form von Maßnahmen ausgearbeitet werden können", so Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin. "Der Rahmenplan wird nach seiner Fertigstellung eine ideale Handlungs- und Entscheidungsgrundlage sein, wie das Quartier städtebaulich, gestalterisch und funktional weiterentwickelt werden kann." Die finale Ausarbeitung des Rahmenplans erfolgt nun im nächsten Schritt. Die vorgestellten Maßnahmenvorschläge sollen konkretisiert werden. Dazu gehören auch Finanzierungsmöglichkeiten, insbesondere Möglichkeiten der öffentlichen Förderung.

An der Nahtstelle zwischen Gladbach und Rheydt soll die gesamte Quartiersentwicklung zukünftig unter dem Leitbild "Urbaner Stadtcampus" stehen. Dafür stehen drei Leitsätze im Fokus: Die Hochschule soll als Nukleus gestaltet, das Image aufgewertet und die Verbindungen nach Innen und Außen gestärkt werden. Der Rahmenplan definiert hierzu vier Handlungsfelder, in die sich die Maßnahmenvorschläge einordnen lassen: Lebendiges Hochschulquartier, Grünes Hochschulquartier, Mobiles Hochschulquartier und Sichtbares Hochschulquartier.

Hauptanknüpfungspunkt für die aus der Bestandsaufnahme und Bürgerbeteiligung abgeleiteten Maßnahmenvorschläge ist der Bereich entlang der Webschulstraße, im Entwurf des Rahmenplans als Hochschulcampus bezeichnet. Besonders hervorzuheben sind in diesem Bereich die Realisierung eines Campusboulevards als Fußgängerzone mit Begrünungselementen, Sitzgelegenheiten und besonders gestalteten Stadtplätzen in den Kreuzungsbereichen sowie die Nachnutzung des ehemaligen Polizeipräsidiums. Gemeinsam mit der Entwicklung des Schotterparkplatzes an der Rheydter Straße können hier weitere Räumlichkeiten für die Hochschule und hochschulaffine Nutzungen entstehen. Die Unterbringung der Mensa und weiterer gastronomischer Angebote einhergehend mit der Öffnung und Aufwertung der innenliegenden Freiräume im ehemaligen Polizeipräsidium sollen für die angestrebte Belebung des Quartiers sorgen und den Bereich zu einem neuen und erlebbaren Mittelpunkt machen. Dies entspricht auch dem Wunsch der Bürgerschaft nach mehr generationenübergreifenden und grün gestalteten Treffpunkten. Unabdingbar ist dabei eine sichere Querungsmöglichkeit der Theodor-Heuss-Straße.

Eine Durchfahrtsbeschränkung auf der Richard-Wagner-Straße für Kraftfahrzeuge soll für mehr Aufenthaltsqualität auf dem Campusboulevard und gleichzeitig für eine Stärkung der Blauen Route sorgen. Durch die Einrichtung einer Bewohnerparkzone und die Errichtung von mehreren Mobilitätsstationen (Parkhäuser inklusive Bike- und Car-Sharing und weiteren Dienstleistungen) soll dem Wunsch der Anwohner nach Verkehrsberuhigung nachgekommen werden. Weitere Maßnahmen sind Fassadeninszenierungen und Innenhofgestaltungen im Bereich der Hochschule sowie die Nachnutzung des Sportplatzes im Monforts Quartier.

Ergänzend zu den genannten Maßnahmen im unmittelbaren Hochschulumfeld enthält der Rahmenplanentwurf noch weitere Maßnahmen in den angrenzenden Bereichen, die die Aufwertung des Quartiers unterstützen sollen. Hierbei stehen neben der Entwicklung der Kirche St. Josef und ihres Umfelds die Umgestaltung der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Verkehrsachsen sowie die Gestaltung von Quartierseingängen im Fokus. Thematisiert werden auch die Entwicklungsoptionen für die Anbindung an die Bahntrasse, die nördlichen Flächen im Monforts Quartier und die ehemaligen Sportflächen an der Breite Straße.

Anfang 2020 wird die zweite öffentliche Bürgerveranstaltung (Arena #2) stattfinden. Dort sollen die Maßnahmenvorschläge präsentiert und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden. Auch wird es im Anschluss daran wieder eine Online-Beteiligung geben. Weitere Informationen zum Rahmenplanprozess und zu den konkreten Terminen gibt es auf der städtischen Internetseite: stadtmg.de/HSQ.

Hintergrund

Das Plangebiet umfasst eine Fläche von ca. 62 Hektar. Die Hauptverkehrsachsen Rheydter Straße und Theodor-Heuss-Straße bzw. Gartenstraße sowie eine Bahntrasse führen durch das Gebiet. Auch die angrenzenden Bereiche rund um die Kirche St. Josef, das Monforts Quartier und das Areal des ehemaligen Polizeipräsidiums werden im Rahmenplan betrachtet. Der Planungs- und Bauausschuss hat die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit der Hochschule Niederrhein Maßnahmen zur Verbesserung der Wahrnehmung und Integration des Hochschulstandortes zu definieren. In der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt wird die Hochschule als eine von drei städtebaulich-freiraumplanerischen Entwicklungsachsen definiert. Eine intensive Zusammenarbeit zwischen Stadt und Hochschule wurde in einem "Letter of Intent" vereinbart, der im Dezember 2017 geschlossen wurde. Die Stadtverwaltung erarbeitet den Rahmenplan gemeinsam mit dem externen Büro scheuvens + wachten plus planungsgesellschaft mbh aus Dortmund. Beteiligt sind auch das Büro scape Landschaftsarchitekten GmbH, die tetraeder.com gmbh und für das Thema Mobilität das Ingenieurbüro Runge IVP.